IGH baut Brücke zwischen Studium und Berufswelt

Zwischen Theorie und Praxis klafft oft eine Lücke. Was Hochschulen lehren und Unternehmen der Gesundheitsindustrie von Berufsanfängern erwarten, ist nicht immer deckungsgleich. Die Veranstaltung „Academia meets Industry – Bridge the gap“ der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH) schlägt nun eine Brücke zwischen akademischer Ausbildung in Hessen einerseits und den Anforderungen in Pharma- und Medizintechnikfirmen andererseits. Rund 180 Studierende nutzten die Gelegenheit des unmittelbaren Austauschs mit in der IGH vertretenen Unternehmen und der Gewerkschaft der Branche (IG BCE).

Die dritte Veranstaltung der Reihe „Academia meets Industry – Bridge the gap“ wurde heute von Hessens Sozialminister Stefan Grüttner am Institut für Pharmazeutische Chemie der Philipps Universität Marburg eröffnet. „Die Gesundheitsindustrie ist einer der bedeutendsten Industriezweige Hessens. Als Arbeitgeber sind die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Branche Beschäftigungsgarant in Hessen und stellen insgesamt jeden fünften Industriearbeitsplatz im Land. Auch in Zukunft ist die Branche auf qualifizierten Fachkräftenachwuchs angewiesen. Mit dieser Veranstaltung möchten wir heute schon bestmögliche Berufschancen für die klugen Köpfe von morgen unterstützen“, so Minister Grüttner

Welche Profile und Fähigkeiten die Hochschulen ihren Absolventen vermitteln wollen, legte Professor Dr. Gerhard Klebe dar, Leiter der Arbeitsgruppe „Wirkstoffdesign“ am Institut für Pharmazeutische Chemie an der Philipps Universität. Wie die Chancen der Absolventen stehen, einen Arbeitsplatz in der Industrie zu finden und wie die Unternehmen ihrerseits qualifizierte Absolventen ansprechen, stand im Mittelpunkt des Vortrags von Professor Dr. Jochen Maas, dem Forschungsvorstand des Pharma-Unternehmens Sanofi-Aventis. Zentrales Thema der sich anschließenden Podiumsdiskussion mit Beteiligung zweier studentischer Vertreter war die Fachkräftesicherung in Hessen. Diese bot die Möglichkeit zum unmittelbaren Austausch der Studentensicht mit den Referenten und dem Marburger Bürgermeister Dr. Thomas Spieß.

Im Mittelpunkt des zweiten Veranstaltungsblocks standen konkrete Fragestellungen: Welche Anforderungen stellt eine Tätigkeit in der Industrie an die Bewerber? Wie können sich Studierende bereits während ihrer Hochschulzeit vorbereiten? Welche Angebote hält die Industrie für Studierende und künftige Bewerber vor? Diese und weitere Fragen wurden in sechs Themenworkshops, die von Pharmaunternehmen und der Gewerkschaft IG BCE ausgerichtet wurden, gemeinsam mit rund 180 interessierten Studierenden beantwortet. Vertreter der Industrie und der IG BCE zeigten in unterschiedlichen Themenbereichen mit welchen ideellen und praktischen Fragestellungen sich die Absolventen beim Berufseinstieg in der chemisch-pharmazeutischen Industrie befassen werden. Ob die Verarbeitung von Big Data bei forschenden Pharmaunternehmen, die Einordnung in Lernfelder im Businesskontext oder angemessene Vergütung, faire Arbeitsbedingungen und Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Industrie. Die Initiative Gesundheitsindustrie Hessen bot mit Ihren Mitgliedsunternehmen und der Gewerkschaft ein breites Themenspektrum zur Information der Studierenden und gab Antworten auf zentrale Fragen: Welche Führungskompetenzen brauche ich? Welche Möglichkeiten habe ich in einem internationalen Unternehmen? Wie wird ein Arzneimittel zugelassen? „Wir Studierende sind vor allem auf konkrete Informationen aus der Industrie angewiesen. Die Jobs in Unternehmen sind interessant und sehr begehrt. Die heutige Veranstaltung hat mir persönlich eine bessere Übersicht über die Branche und spätere Berufschancen gegeben und ermöglicht mir künftig auch Kommilitonen besser zu beraten“, resümierte Matthias von Eckartsberg, Mitglied der Fachschaft Pharmazie an der Philipps Universität Marburg.

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IGH

Die Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH) ist ein gemeinsames Projekt der Hessischen Landesregierung, Unternehmen der hessischen Gesundheitsindustrie, dem Landesbezirk Hessen/Thüringen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie sowie Vertretern aus Wissenschaft und Forschung.

Die IGH bildet ein Forum, in dem wesentliche Fragestellungen zur künftigen Entwicklung der Branche interdisziplinär diskutiert und im Rahmen von Werkstätten Lösungen erarbeitet werden sollen.