Interdisziplinäre Zusammenarbeit im Gesundheitswesen wird schon bald in der Realität angekommen sein, denn das Zusammenspiel der sogenannten „4D“ – Diagnosis, Drug, Device und Data – gewinnt bei Innovationen und der integrierten Patientenversorgung zunehmend an Bedeutung. Um die Expertise der verschiedenen Akteure aus Pharma, Medizintechnik, IT-Branche und Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu vernetzen, widmete die Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH) ihre vierte Veranstaltung der Reihe „Academia meets Industry – Bridge the gap“  dem Brückenschlag zwischen diesen Branchen.

Interdisziplinärer Austausch

Mehr als 100 Teilnehmer nutzten die Möglichkeit des interdisziplinären Austauschs in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt. Wissenschaftsminister Boris Rhein und Gesundheitsminister Stefan Grüttner gaben im Rahmen der Veranstaltung den hochrangigen Vertretern der verschiedenen Industriezweige ein starkes Signal zur Beförderung von Innovationen am Gesundheitsindustriestandort Hessen.

Gregor Disson (VCI Hessen/Gesundheitsinitiative Hessen) begrüßt die Teilnehmer. © Initiative Gesundheitsindustrie Hessen/Kay

Gregor Disson (VCI Hessen) begrüßt die Teilnehmer. © Initiative Gesundheitsindustrie Hessen/Kay

Kooperation initiieren und fördern

„Es ist ein wichtiger Schritt, dass wir in der IGH mit der heutigen Veranstaltung die übergreifende Kommunikation und die Zusammenarbeit in diesem wichtigen Schnittstellenthema des Übergangsbereiches Medizintechnik und Pharma mit Informations- und Kommunikationstechnologien besonders in den Blick nehmen und fördern“, sagte Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein in seiner Begrüßung. Auch in den hessischen Hochschulen würde diesem Thema in den nächsten Jahren eine weiter wachsende Bedeutung zugemessen – insbesondere vor dem Hintergrund der  allgemeinen Digitalisierungsentwicklungen.

 

Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein hebt die Notwendigkeit und den Mehrwert von Kooperationen hervor. © Initiative Gesundheitsindustrie Hessen/Kay

Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein hebt die Notwendigkeit und den Mehrwert von Kooperationen hervor. © Initiative Gesundheitsindustrie Hessen/Kay

Kein Akteur kann alle Bereiche alleine abdecken

In seiner einleitenden Keynote stelle Professor Dr. Jochen Maas, Forschungsgeschäftsführer Sanofi Deutschland und Leiter der IGH-Werkstatt Wissenschaft und Forschung, die Notwendigkeit von interdisziplinären Kooperationen dar. „Es gibt bereits heute schon Konvergenzbeispiele aus jeweils zwei der vier Bereiche Diagnosis, Drug, Device und Data“, so Maas. Dennoch sei kein Akteur alleine in der Lage, alle vier Bereiche abzudecken. Integrierte Behandlungsansätze verlangten nach Kooperationen, auch mit neuen Partnern, die bislang nicht im Bereich der Gesundheitsversorgung sichtbar waren, wie beispielsweise Google oder IBM. „Wichtig ist, dass die Kooperationen auf Augenhöhe stattfinden und jeder seine eigene Expertise einbringen kann“, so Maas.

Diagnosis, Drug, Device und Data – was bringt die Zukunft?

Es folgten Ausblicke auf die wissenschaftlich-technischen Möglichkeiten innerhalb der vier Bereiche Diagnosis, Drug, Device und Data. Professor Dr. Michael J. Parnham vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie zeigte am Beispiel der Sepsis, welche diagnostischen Verfahren künftig benötigt werden. Die personalisierte Medizin am Beispiel der Flüssigbiopsie  stand im Mittelpunkt des Vortrages von Professor Dr. Ilhan Celik von Merck. Schneller, kleiner, miteinander integriert und vernetzt sind die Medizinprodukte von morgen, wie Georg Wielinger von Fresenius Kabi Deutschland erläuterte. Über den Makrokosmos der Gesundheitsdaten referierte Dr. Kai Sachs vom SAP Health Innovation Hub und zeigte, dass beispielsweise auch die Apple Watch gesundheitsbezogene Daten liefern kann und sich aus dem Lenkverhalten im Auto Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Fahrers ziehen lassen. Professor Dr. Carsten Claussen vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie erläuterte, wie sich große Datenströme managen und beherrschen lassen und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.

E-Health-Strategie macht das Gesundheitswesen besser und sicherer

Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten die Referenten mit Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner und der Vorsitzenden der Bundesvereinigung Haut,  Christine Schüller, unter anderem darüber, ob die „4D“ (Diagnosis, Drug, Device und Data) nicht auch noch um ein „P“ (Patient) ergänzt werden müssten. „Moderne Kommunikationstechnologien werden eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung einer weiterhin wohnortnahen, medizinisch hochwertigen Versorgung spielen“, betonte Grüttner. Die hessische Landesregierung werde daher die Digitalisierung des Gesundheitswesens intensiv voranbringen, um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern. „Die E-Health-Initiative Hessen hat auch zum Ziel, das Gesundheitswesen noch besser und sicherer zu machen und hilft, Fehl- und Überbehandlungen wie unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Das spart den Patienten Zeit und Aufwand“, so der Gesundheitsminister.

„Wir konnten heute viele wichtige Punkte andiskutieren“ resümierte Professor Dr. Jochen Maas. Doch sei auch künftig noch vieles zu besprechen, damit der innovative Brückenschlag zwischen den Disziplinen gelingen könne.

Diskutierten bei der Podiumsdiskussion: v.l.n.r. Dr. Kai Sachs (SAP Health Innovation Hub), Prof. Dr. Carsten Claussen (Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME)), Dr. Meinrad Lugan (B. Braun Melsungen AG), Christine Schüller (1. Vorsitzende der Bundesvereinigung Haut), Moderator Dr. Norbert Lehmann (Redaktionsleiter ZDF), Stefan Grüttner (Hessischer Minister für Soziales und Integration), Prof. Dr. Jochen Maas (Sanofi Deutschland), Prof. Dr. Ilhan Celik (Merck KGaA), Prof. Dr. Michael J. Parnham (Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME)). © Initiative Gesundheitsindustrie Hessen/Kay

Diskutierten bei der Podiumsdiskussion: v.l.n.r. Dr. Kai Sachs (SAP Health Innovation Hub), Prof. Dr. Carsten Claussen (Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME)), Dr. Meinrad Lugan (B. Braun Melsungen AG), Christine Schüller (1. Vorsitzende der Bundesvereinigung Haut), Moderator Dr. Norbert Lehmann (Redaktionsleiter ZDF), Stefan Grüttner (Hessischer Minister für Soziales und Integration), Prof. Dr. Jochen Maas (Sanofi Deutschland), Prof. Dr. Ilhan Celik (Merck KGaA), Prof. Dr. Michael J. Parnham (Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME)). © Initiative Gesundheitsindustrie Hessen/Kay

 

Besuchten die begleitende Posterausstellung: (v.l.:) Volker Weber (Landesbezirksleiter IGBCE Hessen-Thüringen), Gregor Disson, Stefan Grüttner, Prof. Dr. Jochen Maas, Boris Rhein

Besuchten die begleitende Posterausstellung: v.l.n.r. Volker Weber (Landesbezirksleiter IGBCE Hessen-Thüringen), Gregor Disson (VCI Hessen), Stefan Grüttner (Hessischer Minister für Soziales und Integration), Prof. Dr. Jochen Maas (Sanofi), Boris Rhein (Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst). © Initiative Gesundheitsindustrie Hessen/Kay

 

Übersicht der Posterausstellung

Die „4D“ – (Drug, Device, Diagnosis, Data management) – Example Treatment of Diabetes

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Ein eHealth-Konzept zur Verbesserung des Krankheitsmanagements bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Ein eHealth-Konzept zur Verbesserung des Krankheitsmanagements bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

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171117_PosterAcademia meets Industrie Sanofi

Drug & Device Entwicklung bei Sanofi: Vom Wirkstoff zum Insulinpen

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IMPACT OF A COMPUTER-BASED DIFFERENTIAL DIAGNOSIS TOOL ON PATIE

Impact of a computer-based differential diagnosis tool on patient satisfaction and on the diagnostic accurancy of skin conditions

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PowerPoint-Präsentation

MACSS Medical All-round Care Service Solutions. Eine innovative E-Health Plattform zur integrierten Versorgung chronisch kranker Patienten

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Projekte der LOEWE-Förderlinie 3

171117_Poster Home Monitoring von COPD-Patienten

Home Monitoring von COPD-Patienten: Atem Schnelltest-Verfahren (AST@home)

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171117_Poster PUEKS-Projekt

Das PUEKS-Projekt: Prozessinnovation in der Überwachung von klinischen Studien

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171117_Poster Digitalisierung der Lebens- und Servicewelten

Digitalisierung der Lebens- und Servicewelten: Gesund, sicher und mobil mit Technik- und Serviceerbringung

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171117_Poster Netzwerkgestütztes Mess- und Beurteilungssystem

Netzwerkgestütztes Mess- und Beurteilungssystem zur orthopädieschuhtechnischen Versorgung des diabetischen Fußsyndroms

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171117_Poster KOHALA

KOHALA – KOpf-HALs-Atlas für die Krebstherapie: Automatische Konturierung anatomischer Strukturen für die Strahlentherapie

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Poster1

VitaB – Klassifizierung der Vitalparameter zur individuellen vitalen und kognitiven Zustandsbestimmung des Menschen

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IGH

Die Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH) ist ein gemeinsames Projekt der Hessischen Landesregierung, Unternehmen der hessischen Gesundheitsindustrie, dem Landesbezirk Hessen/Thüringen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie sowie Vertretern aus Wissenschaft und Forschung.

Die IGH bildet ein Forum, in dem wesentliche Fragestellungen zur künftigen Entwicklung der Branche interdisziplinär diskutiert und im Rahmen von Werkstätten Lösungen erarbeitet werden sollen.