Einkommen

Geld ist nicht alles

Geld ist nicht alles

Seit 2015 gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde. Für die hessische Gesundheitsindustrie ist das kein Thema. Warum? Weil es hier seit vielen Jahren tariflich garantierte Einkommen gibt, die weit darüber liegen. Darauf haben sich die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE) und die Arbeitgeber geeinigt.

Gutes Geld für gute Arbeit

So beträgt der Stundenlohn in der untersten Entgeltgruppe seit August 2016 für Anlerntätigkeiten in Produktion und Labor 15,36 Euro. Laboranten verdienen zwischen 18 und 22 Euro. Meister und Akademiker beginnen bei über 23 Euro. Das alles verdanken sie den guten Tarifverträgen, die die IG BCE mit den Arbeitgebern aushandelt.

Gerechtigkeit im Fokus

Der tariflich geregelte Stundenlohn ist wichtig, denn er schafft gerechte Bedingungen auch für die Unternehmen, die häufig im Wettbewerb untereinander stehen. Er sorgt auch für gerechte Einkommen der Beschäftigten. Die aber haben nicht immer die gleichen Belastungen. Dafür gibt es flexible Anpassungen in den Tarifverträgen. So gibt es z.B. bei erhöhter Lärm- oder Schmutzbelastung Erschwerniszulagen.

Einmal ist keinmal? Stimmt nicht!

Die IG BCE hat mit den Arbeitgebern noch weitere Leistungen vereinbart: So genannte Einmalzahlungen. Der Tarifvertrag über Einmalzahlungen und Altersvorsorge (TEA) sieht über das regelmäßige Arbeitsentgelt hinaus eine zusätzliche Jahresleistung vor, die 95 Prozent eines tariflichen Monatsentgelts entspricht. Zusätzlich gibt es Urlaubsgeld in Höhe von 20,45 Euro für jeden tariflichen Urlaubstag.

Heute schon an morgen denken

Als erste Branche überhaupt haben IG BCE und Arbeitgeber bereits 2008 einen Tarifvertrag zu Lebensarbeitszeit und Demografie abgeschlossen. Seitdem gibt es Demografiebeträge für die spätere finanzielle Absicherung. Hinzu kommt eine Belastungsreduzierung und Arbeitszeitverkürzung für ältere Beschäftigte. Der jeweilige Betriebsrat entscheidet mit dem Arbeitgeber über die Verwendung der Mittel.

Klare Regeln auch für schwierige Zeiten

Tarif ist etwas Gutes. Weil er für gerechte Einkommen sorgt. Aber auch ein Tarif kann nicht jede Situation in der Zukunft vorwegnehmen.

Manchmal geht es Unternehmen schlechter als erhofft, es kommt zu Krisen. Dafür gibt es Tariföffnungsklauseln, die vorübergehend Einsparungen ermöglichen.

Umgekehrt besteht für die Beschäftigten je nach Betrieb die Möglichkeit, über die Tarifergänzungsklausel und übertarifliche Zulagen am Unternehmenserfolg teilzuhaben.

Oberstes Ziel: Einkommensgerechtigkeit

Wer Gute Arbeit liefert, hat auch Anspruch auf gerechte Behandlung. Deshalb sind bei der Prüfung einer korrekten Eingruppierung Betriebsrat und IG BCE beteiligt. Und auch um die schwierige Situation von Leiharbeitnehmern kümmert sich die Gewerkschaft durch die Vereinbarung von angemessenen Branchenzuschlägen für diese Gruppe.

Gut für die Belegschaften – sinnvoll für alle

Nicht nur die Beschäftigten der hessischen Gesundheitsindustrie freuen sich am Monatsende über gute Löhne. Gute Einkommen stützen auch die Binnennachfrage. Und sie tragen über Steuern und Abgaben zur Sicherung der Sozialversicherungssysteme und der öffentlichen Haushalte bei. So fördern sie den Wohlstand in Hessen und Deutschland.

Weitere Informationen zum Thema

IGH

Die Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH) ist ein gemeinsames Projekt der Hessischen Landesregierung, Unternehmen der hessischen Gesundheitsindustrie, dem Landesbezirk Hessen/Thüringen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie sowie Vertretern aus Wissenschaft und Forschung.

Die IGH bildet ein Forum, in dem wesentliche Fragestellungen zur künftigen Entwicklung der Branche interdisziplinär diskutiert und im Rahmen von Werkstätten Lösungen erarbeitet werden sollen.